Die ungewisse Reise in ein neues Leben

  • Am "Langen Tag der Flucht" am 28. September 2012 können Interessierte in Wien, Niederösterreich und im Burgenland Einblicke in die Lebenswelten der Flüchtlinge und Asylwerbenden in Österreich bekommen.
    foto: komo

    Am "Langen Tag der Flucht" am 28. September 2012 können Interessierte in Wien, Niederösterreich und im Burgenland Einblicke in die Lebenswelten der Flüchtlinge und Asylwerbenden in Österreich bekommen.

Diskussionen, Workshops, Sport, Kultur und Parties laden am Freitag zum "Langen Tag der Flucht", der dieses Jahr erstmals in Wien stattfindet

Derzeit sind über 40 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Täglich müssen Frauen, Männer und Kinder aus Krisengebieten und ihrer Heimat fliehen und sich danach als Staatenlose oder Asylsuchende in einem fremden Land eine neue Existenz aufbauen. Meistens kein leichtes Unterfangen. Auch nicht in Österreich. Grund genug, aktiv daran zu arbeiten, das Bewusstsein in der Mehrheitsgesellschaft für die Thematik zu schärfen. 

Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR in Österreich setzt sich für den Rechtsschutz von anerkannten Flüchtlingen und Asylsuchenden sowie die Sicherstellung eines fairen Asylverfahrens ein. Am 28. September veranstaltet das UNHCR Büro in Kooperation mit rund 40 anderen Organisationen zum ersten Mal den "Langen Tag der Flucht."

Menschen für ein Gespräch "ausborgen"

Einen ganzen Tag lang finden in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland unterschiedliche Veranstaltungen zu den Themen Flucht und Asyl statt, bei denen die Besucher die Möglichkeit haben, Einblicke in die Lebenswelten und Biografien von Flüchtlingen und Asylsuchenden in Österreich zu bekommen.

Persönliche Begegnungen finden etwa bei den "Living Books" in der Wiener Hauptbücherei (12 - 17 Uhr) statt: Hier werden Menschen zu "lebenden Büchern", die für ein Gespräch "ausgeborgt" werden können. Neben ExpertInnen zum Thema kann man hier auch mit Menschen sprechen, die selbst nach Österreich geflüchtet sind oder noch auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten.

Wien: Fußball und andere Dinge, die Spaß machen

Ebenfalls am Nachmittag (13 - 18 Uhr) öffnet das Jugendwohnheim Abraham im 23. Wiener Bezirk für Einblicke in die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen seine Pforten. Im 12. Bezirk lädt der SC Wiener Viktoria zu einem eigenen "Langen Tag der Flucht"-Fußballturnier, bei dem 12 Teams mit vollem Einsatz um den Titel kämpfen werden. Zudem werden verschiedene Workshops (Yoga, Schmuck, Kochen) angeboten.

Den Abend füllen Lesungen in der Hauptbücherei und im phil (Susanne Scholl, Anna Kim), Filme im Schikaneder und Top Kino ("Le Havre", "Other Europe"), ein Theaterstück im Dschungel Wien ("Katja und Kotja"), eine Jam Session im Wiener Deewan und schließlich die Closing Party im Schikaneder mit DJs und Live Percussion.

NÖ und Burgenland: Porträts und offene Türen

Auch Niederösterreich und das Burgenland schließen sich mit Veranstaltungen und offenen Türen dem "Langen Tag der Flucht" an: In Wiener Neustadt gibt es eine Fotoausstellung, in der Flüchtlinge porträtiert werden, in Maria Enzersdorf lädt das Caritas-Haus Gabriel zum Tag der offenen Tür, das Cinema Paradiso in St. Pölten zeigt den Film des Theaterstücks "Die Reise", das im Wiener Volkstheater mehr als 18.000 ZuschauerInnen zählte.

Auch im Burgenland lädt das Caritas-Haus Sarah in Neudörfl zu einem Tag der offenen Tür, in Stadtschlaining und Mattersburg gibt es Diskussionsabende zum Thema, im Kino Oberpullendorf läuft ebenfalls Aki Kaurismäkis "Le Havre". (Jasmin Al-Kattib, daStandard.at, 24.9.2012)

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Gesamtes Programm "Langer Tag der Flucht"

Zeitgleich findet rund um den "Langen Tag der Flucht" auch die "Lange Woche der Flucht" statt, im Rahmen dessen auch die unabhängige medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auf die Situation von Flüchtlingen und Vertriebenen aufmerksam macht: Zelt-Ausstellung "Leben auf der Flucht" von 26.9.-7.10. am Karlsplatz

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