Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Trotz entgegengesetzter Meinungen und harter Vorwürfe bleibt die Stimmung freundschaftlich. No hard feelings, dafür sorgten auch die versöhnlichen Beiträge von Moderatorin E. D. Hill.
vergrößern 500x281O'Reilly versucht, mit billigen Kärtchen-Witzen zu punkten. Hätte er aber gar nicht nötig, denn der Fox-News-Moderator beweist an vielen anderen Stellen der Diskussion Schlagfertigkeit und Humor.
vergrößern 500x330Jon Stewart hat sich wegen des eklatanten Größenunterschieds (fast 30 cm) zwischen ihm und O'Reilly eine Hebebühne besorgt.
Bombastisch, episch und unvergesslich: So wurde im Vorfeld die politische Debatte zwischen "Daily Show"-Host Jon Stewart und Fox-News-Urgestein Bill O'Reilly beschrieben - mit einem Augenzwinkern. Doch tatsächlich wurde bei "The Rumble 2012", wie der Showdown zwischen den zwei sehr unterschiedlichen Männern genannt wurde, aus und mit Spaß sehr viel Ernst gemacht.
Die Diskussion zwischen dem Strohmann der verhassten "liberal media" und einem der radikalsten Fernsehpopulisten des Landes war am Samstagabend definitiv eines der Highlights des US-Wahlkampfs - informativ wie unterhaltsam. In Amerika geht eben Unterhaltung mit Politik zusammen - im positiven und negativen Sinne.
Bill O'Reilly, der auf Fox News die hoch polarisierende und kontroversielle Talk-Sendung "The O'Reilly Factor" moderiert, beginnt sein "Opening Statement" mit den Waffen eines Populisten: Er schiebt die Frage der Moderatorin mit einem rücksichtslosen "I don't care" zur Seite und beginnt mit dem Darlegen der üblichen republikanischen Standpunkte: gegen Geburtenkontrolle, gegen den Staat, gegen Steuern. Es lebe der freie Markt, Amen.
Begleitet werden O'Reillys Ausführungen von pointiert gemalten Schlagwort-Schildern, auf denen er diese Ansichten stark reduziert präsentiert. Deren Gebrauch schränkt er wohl wegen mangelnder Publikumswirksamkeit - kein Wunder, denn man lässt sich ungern für dumm verkaufen - im Laufe der Debatte ein. Doch seine Position bleibt, obwohl man dem Hardliner Eloquenz und Humor zustehen muss, durchgehend flach, hoch-ideologisch und - bei Stewarts sokratischem Nachfragen - schnell bröckelig.
"My friend Bill O'Reilly is full of shit", ist Stewarts erster brutaler Konter. O'Reillys Nachrichtensender Fox News beschreibt der jüdische Comedy-Central-Star als "Bullshit Mountain", auf dem Menschen leben, die sich in einer alternativen Realität befinden. Einer Welt, in der es einen Krieg gegen Weihnachten gibt, das allergrößte Problem ist, dass eine junge Frau darauf besteht, dass der Staat für Geburtenkontrolle genauso zahlt wie für Viagra. Und in dem Barack Obama der schlechteste Präsident seit dem Urknall ist, der die USA durch seine Entscheidungen in eine kommunistische Zukunft führen will und wird.
Stewart lässt seiner brutalen Ehrlichkeit und Schlägen unter der Gürtellinie zwar immer scharfsinnige Analysen folgen, doch seine Beschimpfungen bleiben größtenteils unerwidert. In einer Debatte wie dieser sind solche offene Angriffe aber erlaubt, es gibt keine falsche Höflichkeit, keine aufgesetzte "staatsmännische" Fassade wie unter Politikern. Dies ist für den Zuseher wahnsinnig erlösend. Hier herrscht nicht Narrenfreiheit, sondern Authentizität und Klartext. Katharsis pur.
Trotzdem - oder vielleicht genau deshalb - entwickelt sich zwischen Stewart und O'Reilly ein richtiges Gespräch. Mit Antworten, Fakten, Zahlen. Sogar Argumenten und Gegenargumenten - ganz unüblich für eine politische Debatte, hierorts wie auch in den USA. Obwohl es manchmal - wahrscheinlich nicht ganz unbeabsichtigt - zum männlichen Gockelkampf avanciert, bleibt "The Rumble" stets informativ. Im 90-minütigen Schlagabtausch messen sich Stewart und O'Reilly an den im Präsidentschaftswahlkampf wichtigen Themen wie Wirtschaft und Staatsschulden, Gesundheitsversicherung und dem Nahen Osten. Teilweise sogar viel analytischer, genauer, konkreter und politischer als Romney und Obama selbst.
Die Hälfte der Einnahmen aus dem Live-Stream des Events kommen wohltätigen Zwecken zugute - Jon Stewarts Hälfte, wie er gerne betont. 1500 Zuseher waren live im Lisner Auditorium in Washington D.C. beim "Kampf" dabei. Aber auch im Internet - wo das eigentliche Zielpublikum die Debatte verfolgte - war "The Rumble" ein voller Erfolg, die Nachfrage so groß, dass die Server der offiziellen Website kaum mithielten. Einige Zuseher beklagten sich wegen schlechter Stream-Qualität und Schwierigkeiten beim Zugang. Dies war aber nicht der einzige Grund, warum "The Rumble" auf Twitter eines der heißesten Themen war - "trending".
Die Diskussion zwischen dem ungleichen Paar war auf allen Ebenen revolutionär und zukunftsweisend - sowohl was die inhaltliche, als auch was die Unterhaltungs-Ebene sowie die vielbemühte "viewer and voter participation" angeht. "The Rumble" offenbart sich als innovatives, modernes und gleichzeitig nicht verdummendes Fernseh-Konzept für politische Inhalte. Es könnte - wie Stewarts eigene preisgekrönte "Daily Show" - eine Antwort auf die allgemeine Frage sein, wie politische Bildung und Inhalte zeitgemäß im Fernsehen transportiert werden könnten.
Wie erwartet hat Stewart seinen Rivalen O'Reilly locker an die Wand diskutiert. Es wurde wieder klar, dass Jon Stewart auch ohne seine "Millionen Schreiber", die O'Reilly normalerweise für seinen Erfolg verantwortlich macht, viel mehr ist als nur ein Comedy-Clown. Naturgemäß wurden unter seinen Fans gleich die "Jon Stewart for President!"-T-Shirts herausgeholt. (Olja Alvir, daStandard.at, 8.10.2012)
Einst denke ich, erwachsen ist man, wenn man nachts allein in Zügen aufwacht. Doch Jahre später, als mich der Besitz eines Automobils so richtig erwachsen macht, denke ich, erwachsen ist man, wenn man nachts alleine im Auto nicht einschläft
Ein Verein mit Kontakten zur rechtsextremen Szene beteiligt sich am Kampf gegen die "Veranglisierung" der deutschen Sprache
Richard Schuberths Balkanburleske "Trommeln" rechnet mit der kulturellen und wirtschaftlichen Verwertung des wilden Südens ab
Wenn Ivana, Jelena und Bülent ernst genommen werden wollen, müssen sie mehr als Klischees und Selbstexotisierung liefern
Klischeehafte und abgegriffe Konflikte im "Problembezirk" Ottakring: Die neue ORF-Serie "CopStories" - ein klassischer Fall von gut gemeint
Drei Menschen, ein Sturm und eine Trauminsel: Am 21. März wird die neue Produktion des Theaterkollektivs Plaisiranstalt, uraufgeführt. Die Mitwirkenden erzählen, was am Theater für Zweijährige so besonders ist
An diesem Mittwoch feiern mehr als 300 Millionen Menschen weltweit das Neujahrs- und Frühlingsfest Norouz - In Österreich sind es vor allem Iraner, Kurden und Afghaner
Sichtbar- und anders machen - Nachdenken über die Präsentation von Migrationsbewegungen
Zorica Rakić schildert, wie sie Jugendlichen das Rappen beibringt, was das Wort "Bitch" für sie bedeutet und weshalb Gangsta-Rap so populär ist
Das M-Media-Team ist bereits auf der Suche nach neuem Kooperationspartner
Bei der Anime- und Manga-Convention "Japancity" versammelten sich Lolitas, Cosplay-Fans und andere phantasievoll verkleidete WienerInnen
Mindestanforderungen des journalistischen Anstands sollten erfüllt werden. Auch in einem Gratisblatt
Gespräch einer Tochter mit ihrem Vater vor dem gemeinsamen Migrationshintergrund - Ein Dramolett
Berlin-Neukölln ist zum Synonym für misslungene Integrationspolitik geworden – Heinz Buschkowsky, der Bürgermeister des Bezirks, hat ein Buch über die Schattenseiten seines Stadtteils geschrieben
Die verschiedenen Formen der Jugo-Nostalgie sind viel mehr als nur Sehnsucht nach der vergangenen Zeit - und haben deshalb immer noch ihre Legitimation
Unter den Jugendlichen der zweiten Generation verbreitet sich unbeobachtet faschistisches und rechtsextremes Gedankengut
Die elfjährige Zlata Filipović führte während des Bosnienkriegs ein Tagebuch und wurde weltberühmt
Das zweitgrößte Filmfestival Wiens "This Human World" rückt das Thema Menschenrechte ins Zentrum seiner Projektionen. Von 29. November bis 9. Dezember 2012
In der Performance "Made in Austria" erzählen Menschen, warum sie in Österreich ihre zweite Heimat gefunden haben
Jung, schwul, migrantisch/deutsch, verliebt in den Klavierlehrer. Der Schauspieler Sascha Kekez spielt einen jungen Mann, der zu sich selbst stehen will
Journalistenlegende Peter Scholl-Latour arbeitet seit über 60 Jahren für Zeitung, Hörfunk und Fernsehen. In letzter Zeit hält er auch Vorträge - nah am politischen rechten Rand
In Kärnten wird derzeit die Fortsetzung zur Orwell'schen Parabel "Farm der Tiere" gedreht. Der bereits veröffentliche Trailer wirft zahlreiche Fragen auf
Die erfolgreiche europäische Koproduktion "Neprijatelj" fragt nach dem Wesen des Bösen und der Entfremdung zwischen den Menschen
Sexismus, Stereotype, Schamlosigkeit - so lautet das Erfolgsmotto des ATV-Quotenhits "Das Geschäft mit der Liebe. Frauen aus dem Osten"
Im Wodka-Glas ist Leitungswasser und die Hochzeit ist auch ein Fake. Wie K. zum Opfer ihres eigenen Traums von Ruhm und Liebe wurde
"Einige" User hatten Probleme mit dem Live-Stream?! Auf Twitter und Facebook gab es hunderte (tausende?) Beschwerden. Meine Nacht hatte es auch versaut, bis um 3 Uhr morgens zu warten, dass man dann die letzten zwanzig Minuten mitkriegt, war scheiße.
Aber ansonsten eine wie erwartet großartige "Debatte".
Bitteschön.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.