Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Reality-Formate wie "Saturday Night Fever" leben von der Schadenfreude.
Thomas Rottenberg hat kürzlich in seiner Kolumne zu Reality-TV eine "Lanze für Tara" gebrochen und erklärt, warum Reality-TV nicht menschenverachtend sei. Seine Argumentation: Alles, was von Tara, Molti, Spotzl und Co. komme, sei echt: eine unverfälschte, authentische "Mischung aus Abgestumpftheit, Ignoranz, Größenwahn und Ich-hab-nix-zu-verlieren". Und gerade weil die Verwechslung von Autodidakt und Autohändler so echt sei, könnten "Saturday Night Fever" und "Das Geschäft mit der Liebe" gar keine Vorführung und Erniedrigung sein. Denn die Mitwirkenden, die wollten das einfach, die Aufmerksamkeit und so. Außerdem passt bei den Formaten die Quote. Ein Win-win sozusagen.
Wie Kollege Rottenberg habe auch ich (leider) eine Affinität zu Trash-Fernsehen. Ich weiß nicht genau, warum, irgendetwas an dem Konzept bindet mich an den Bildschirm. Wahrscheinlich rege ich mich einfach unheimlich gerne auf. Aber wenigstens schäme ich mich ein wenig für meine Fernseh-Vorlieben, seitdem ich weiß, was hinter den Kulissen einer solchen Sendung abläuft. Denn auch ich genieße Einblick in die Zahnräder einer solchen Reality-Show. Und deshalb muss ich Thomas Rottenberg vehement widersprechen: Das ist alles andere als echt. Spontaneität und Authentizität gibt es nicht im Fernsehen. Absurderweise schon gar nicht bei "Reality-TV", jenen bewegten Bildern, die besonders echt und lebensnah aussehen sollen.
Begonnen hat es mit einer Facebook-Einladung. Die Schwester einer guten Freundin veranstaltet einen Polterabend - fürs Fernsehen. Die Reality-Sendung, bei der sie - nennen wir sie K. - ihren Verlobten S. kennengelernt hat, begleitet die beiden am letzten Abend vor der Hochzeit. Dieser Polterabend ist übrigens nicht genau der Tag vor der Hochzeit - da hat das Drehteam keine Zeit -, sondern Wochen davor. Auch findet die Bachelor-Party des Bräutigams nicht gleichzeitig mit K.s Polterabend statt, wie später in der Sendung suggeriert wird. Die Crew kann ja nicht an zwei Orten gleichzeitig sein.
Wie dem auch sei, die Produktionsfirma hat K. jedenfalls gebeten, unter ihren Freunden nach Darstellern für den angesetzten Drehtermin zu suchen. Doch das stellt sich als schwierige Aufgabe heraus: Erstens hat sie nur wenige Freunde, und zweitens möchten die paar, die sie hat, auf gar keinen Fall ins Fernsehen. Die Zeit wird knapp und K. nervös. Will denn wirklich niemand zu ihrem Polterabend kommen? Im letzten Moment sagen sehr entfernte Bekannte zu, die K. kaum kennt. Und ich. Weil ich neugierig bin: Wie kommt das, dass K. so plötzlich heiratet? Irgendetwas kommt mir seltsam vor. Und, das muss ich zugeben: Ich wittere eine Story.
Ich google und finde heraus: K. und ihr Verlobter sind das Vorzeigepärchen (oder soll ich sagen: Vorführpärchen?) einer Reality-TV-Show. Ihr Porträt ziert lange die Facebook-Timeline, fast alle Sneak-Previews und Videos, die auf der Fan-Seite gepostet werden, sind Szenen aus dem Erzählstrang um die beiden. "Freakshow", "pfui" und "würg", meinen besonders eloquente "Fans" der Show.
Weisheiten wie "Manche erkennen eben ihre einzige Chance, wenn sie sie sehen" und "Kein Wunder, dass diese Menschen alleine sind" werden ebenfalls ausgetauscht. Typische Reaktionen auf solche Formate. Das Paar besticht im Privatfernsehen durch den Fremdschäm-Faktor. Mit ihrem Aussehen, ihrer verschrobenen Art und besonders peinlichen Aktionen befriedigen sie Neugier, Sensationslust und Schadenfreude-Bedürfnisse der Zuseher.
Als wir am vereinbarten Drehort ankommen, um eine weitere Folge von "Austrias Next Spott-Model" zu drehen, also den Polterabend zu feiern, sind dort schon alle Requisiten vorbereitet: Schilder, die wir angeblich für K. gemalt haben, Alkohol-Shots, Kondome und andere Spaßgeschenke, die wir mutmaßlich für das Event gekauft haben, auch ein Schleier für die angehende Braut. Das alles hat die deutsche Produktionsfirma, die für den Privatsender die Dreharbeiten macht, minutiös vorbereitet. Der Ablauf des Abends wird uns genau erklärt: welche Spiele wir spielen werden, welche Themen zu besprechen sind.
Hier ist also überhaupt nichts echt - von den Umständen über die Requisiten bis zum Text. Thomas Rottenberg meint zwar ganz begeistert, Bambis und Orsolics' Sager könne man nicht skripten, dass diese "verbalen Griffe ins Klo" die besten Schauspieler nicht zusammenbrächten. Aber Tatsache ist: Alles entspringt den Köpfen der Regisseure, der sogenannten Gestalter. Erzwungen werden die Sager ganz einfach durch freundlichen Nach- und Zeitdruck und viel Lob. Könntest du jetzt bitte dieses und jenes sagen? Und jetzt als ganzen Satz? Noch mal, bitte, etwas langsamer. Super, danke! Das wird so lange gemacht, bis die Gestalter das im Kasten haben, was sie brauchen.
Die Situation schaukelt sich durch Resonanz zu Absurditäten hoch. Als Protagonist freut man sich, wenn Szenen schneller abgedreht werden können, und bietet deshalb lieber gleich den Kalauer an. Bei besonders fürchterlichen, idiotischen und peinlichen Kommentaren und Szenen spürt man die Begeisterung und Erleichterung der Crew. Produktionsleiterin und Kameramann tauschen dann vielsagende Blicke aus: Das wird grandios! Nur noch richtig zusammenschneiden, spöttisch kommentieren, mit zweideutiger Musik unterlegen. "Ganz toll hast du das gemacht!", lobt die Leiterin und Regisseurin dann K. und uns.
Wo Dummheit und Entgleisungen geschätzt und belohnt werden, entstehen, gedeihen und wachsen sie auch besser. Das ist ein ganz normales soziales Anpassungsmanöver an äußere Umstände. Nach fünf Stunden ununterbrochener Dreharbeiten mit viel Herumlaufen werde ich müde und würde alles tun und sagen, damit diese Qual und Erniedrigung endlich ein Ende hat.
Was ich während des Drehs erlebe und erfahre, verändert meine ohnehin kritische und skeptische Sicht auf Reality-TV zum Schlechteren. K. erzählt mir, dass sie sich zunächst für einen anderen Mann beworben hat. Doch der Sender hat sie mit S. gepaart, den übrigens keine einzige Bewerberin wollte. Angemeldet hat sich K. jedenfalls auch in der naiven Hoffnung, berühmt zu werden. Außerdem hatte sie, wie in der Sendung ununterbrochen betont wird, noch nie eine ernsthafte Beziehung. K.s Lebensgefährte war immer der Fernseher, ihre Idole und Freunde seine Akteure. Das Fernsehen der Zufluchtsort bei Problemen mit Familie und Schule, sie immer eifrige Verfolgerin aller Reality- und Talentshows. Endlich ist sie in Symbiose mit der geliebten Flimmerkiste getreten, Realität und Fiktion sind eins geworden.
Ist das schon bedenklich oder ungewöhnlich? Wer das Fernsehen so sehr liebt, verdient wohl ein Blind Date und, wie Thomas Rottenberg sagen würde, will es eben so. Aber: K. war schon seit ihrer Kindheit ernsthaft krank. Um welche Diagnosen es sich genau handelt, spare ich an dieser Stelle aus. Es sei nur so viel gesagt: K. ist weder körperlich noch geistig in einem Zustand, der den Spott einer Nation verdienen und verkraften würde. "Ich muss bald nach Hause, meine Medikamente rechtzeitig einnehmen", sagt sie, als ihr der lange Drehtag schon zu anstregend wird.
Jetzt könnte man sagen, es handle sich hier lediglich um einen Einzelfall. Der Großteil der Teilnehmer sei doch bestimmt gesund, möchte man sich beruhigen. Doch wo ist die Grenze zwischen Außenseiter und Freak? Zwischen ADHS und Kamerageilheit? Zwischen Stimmungsschwankungen und Depression? Ich behaupte, dass Reality-TV bewusst in dieser Grauzone agiert, denn ihr entspringen die Verrückten, die Scheinwerfer-Motten, die wir so gerne zwecks Abgrenzung oder Identifizierung im Fernsehen sehen wollen - je nachdem, auf welcher Seite im sozioökonomischen Spektrum wir stehen.
Vor der Teilnahme an der Reality-Show lebte K. in einer betreuten Wohngemeinschaft eines Vereins, der sich die Resozialisierung psychisch kranker und behinderter Menschen zur Aufgabe macht. Hier werden Patienten betreut, die langfristig Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags brauchen. Doch Resozialisierung und Reality-TV gehen nicht gleichzeitig. Deshalb hat K. ihren Platz in der WG und im vom Verein betriebenen Geschäft verloren.
Jetzt lebt sie mit ihrem Verlobten, der ähnliche Probleme hat, in einer gemeinsamen winzigen Wohnung. Sie haben beide keinen Schulabschluss und sind Sozialhilfeempfänger, gehen überhaupt keiner geregelten Aktivität mehr nach. Die "Null-Perspektive" kann sich also, entgegen Rottenbergs Meinung, durch ein Mitwirken an so einer Sendung sehr wohl verschlechtern und verkomplizieren.
Von alldem erfährt der Zuschauer der Sendung selbstverständlich nichts. Die Fassade muss aufrechterhalten werden, K. ist schließlich in diesem Format kein Mitleids-, sondern ein Spottobjekt. Sie kippt ihre Wodka-Gläser und Klopfer wie Wasser, verzieht das Gesicht unglaubwürdig. Kein Wunder, ihre vorbereiteten Getränke enthalten ja immer nur Antialkoholisches: K. darf wegen der Medikamente, die sie regelmäßig einnimmt, keinen Alkohol trinken.
Wieder ein Mosaikstein der Illusionen, aus denen Reality-TV besteht, der mich übrigens auch am extremen Alkoholkonsum der "Saturday Night Fever"-Protagonisten zweifeln lässt. "Zu manchen Sachen wurden wir auch gezwungen", sagt K. Die "ekelhaften" Dinge, die sie und ihr Verlobter etwa vor der Kamera tun und sagen, kommen direkt aus den Drehbüchern der Produktionsfirma. Diese Ideen werden durch nachdrückliche Suggestion, wiederholte Aufforderungen und ununterbrochenen Zuspruch realisiert. Es ist wohl das einzige Lob, das K. jemals von Außenstehenden bekommen hat.
Dass Fernsehbilder manipuliert sind und deshalb manipulativ, ist keine Neuigkeit. Aber die Einstellung, dass die Teilnehmer, weil sie freiwillig mitmachen, genau das verdienen, was sie bekommen - kurze Bekanntheit unter starker gesellschaftlicher Ächtung -, ist doch ein wenig zynisch. Besser Spott als gar keine Aufmerksamkeit, soll die Devise für die "Masse der Übergangenen, Ignorierten, Unattraktiven, Niegehörten, Perspektivlosen" sein. Billige Laien, günstiges Material, mit dem man Ekelfantasien und voyeuristische Fetische bedienen kann. Sollen sie jetzt auch noch froh sein, wenigstens dieses schmale, fahle Rampenlicht zu bekommen? Immerhin für irgendetwas, seien es Ekel und Fremdscham, gut genug zu sein?
"Hauptsache, man redet über uns" - K. hat diese Devise schon verinnerlicht. Es ist ein Mantra, das sie ständig wiederholt, die Philosophie des Senders, der entsetzliche Vertrag zwischen "Unterschichten-TV" und Gesellschaft. Sie meint, der Spott der Zuseher im Internet störe sie nicht.
Ihre unbeholfenen Verteidigungsversuche in der Facebook-Kommentarfunktion sagen aber etwas anderes. Sie entgegnet: "Wir bekommen ja auch positive Rückmeldung und haben Fans." Tatsächlich, Passanten erkennen sie auf der Straße und verlangen ironisch Autogramme. Jetzt ist also endlich ihr Moment gekommen. Sie ist ein Star, sie ist im Rampenlicht, sie hat Bedeutung. Und Liebe. "Ich hatte nie einen Freund - jetzt heirate ich sogar. Wer hätte sich das vorstellen können? Ich dachte immer, ich sterbe als alte Jungfer", sagt K. mir noch nach den Dreharbeiten zum Polterabend, als wir gemeinsam zur Öffi-Station gehen.
Ihre Hochzeit wurde, wie auch der Polterabend, groß in der Sendung platziert. Die Hochzeitsgäste waren alle entweder andere Protagonisten der Reality-Show oder Statisten, K.s Familie ist nicht zu der Hochzeit gekommen. Für ihre Mitarbeit an der Sendung hat K. keinen Cent erhalten. Und wirklich geheiratet haben die beiden entgegen aller Inszenierung und feierlichen Berichte in Boulevardblättern nie: Sie hatten kein Geld für eine Trauung, die Fernseh-Hochzeit war nur ein Fake. (Olja Alvir, daStandard.at, 15.11.2012)
Doris Knecht erzählt in ihrem Roman "Besser", wie man sich fidel fadisiert
Ein Verein mit Kontakten zur rechtsextremen Szene beteiligt sich am Kampf gegen die "Veranglisierung" der deutschen Sprache
In der Schule werden wir Kumpel weil er sich über meine Schwester beschwert. Er sagt, sie sei ein unglaublicher Geizhals, der sich nicht einmal mit dem Hinweis auf die Solidarität unter uns Tschuschen anschnorren lässt. Oder anbaggern. Ich nicke stumm und biete ihm eine Zigarette an
Wenn Ivana, Jelena und Bülent ernst genommen werden wollen, müssen sie mehr als Klischees und Selbstexotisierung liefern
Richard Schuberths Balkanburleske "Trommeln" rechnet mit der kulturellen und wirtschaftlichen Verwertung des wilden Südens ab
Drei Menschen, ein Sturm und eine Trauminsel: Am 21. März wird die neue Produktion des Theaterkollektivs Plaisiranstalt, uraufgeführt. Die Mitwirkenden erzählen, was am Theater für Zweijährige so besonders ist
Klischeehafte und abgegriffe Konflikte im "Problembezirk" Ottakring: Die neue ORF-Serie "CopStories" - ein klassischer Fall von gut gemeint
Sichtbar- und anders machen - Nachdenken über die Präsentation von Migrationsbewegungen
An diesem Mittwoch feiern mehr als 300 Millionen Menschen weltweit das Neujahrs- und Frühlingsfest Norouz - In Österreich sind es vor allem Iraner, Kurden und Afghaner
Das M-Media-Team ist bereits auf der Suche nach neuem Kooperationspartner
Zorica Rakić schildert, wie sie Jugendlichen das Rappen beibringt, was das Wort "Bitch" für sie bedeutet und weshalb Gangsta-Rap so populär ist
Mindestanforderungen des journalistischen Anstands sollten erfüllt werden. Auch in einem Gratisblatt
Bei der Anime- und Manga-Convention "Japancity" versammelten sich Lolitas, Cosplay-Fans und andere phantasievoll verkleidete WienerInnen
Berlin-Neukölln ist zum Synonym für misslungene Integrationspolitik geworden – Heinz Buschkowsky, der Bürgermeister des Bezirks, hat ein Buch über die Schattenseiten seines Stadtteils geschrieben
Gespräch einer Tochter mit ihrem Vater vor dem gemeinsamen Migrationshintergrund - Ein Dramolett
Unter den Jugendlichen der zweiten Generation verbreitet sich unbeobachtet faschistisches und rechtsextremes Gedankengut
Die verschiedenen Formen der Jugo-Nostalgie sind viel mehr als nur Sehnsucht nach der vergangenen Zeit - und haben deshalb immer noch ihre Legitimation
Das zweitgrößte Filmfestival Wiens "This Human World" rückt das Thema Menschenrechte ins Zentrum seiner Projektionen. Von 29. November bis 9. Dezember 2012
Die elfjährige Zlata Filipović führte während des Bosnienkriegs ein Tagebuch und wurde weltberühmt
Jung, schwul, migrantisch/deutsch, verliebt in den Klavierlehrer. Der Schauspieler Sascha Kekez spielt einen jungen Mann, der zu sich selbst stehen will
In der Performance "Made in Austria" erzählen Menschen, warum sie in Österreich ihre zweite Heimat gefunden haben
In Kärnten wird derzeit die Fortsetzung zur Orwell'schen Parabel "Farm der Tiere" gedreht. Der bereits veröffentliche Trailer wirft zahlreiche Fragen auf
Journalistenlegende Peter Scholl-Latour arbeitet seit über 60 Jahren für Zeitung, Hörfunk und Fernsehen. In letzter Zeit hält er auch Vorträge - nah am politischen rechten Rand
Sexismus, Stereotype, Schamlosigkeit - so lautet das Erfolgsmotto des ATV-Quotenhits "Das Geschäft mit der Liebe. Frauen aus dem Osten"
Die erfolgreiche europäische Koproduktion "Neprijatelj" fragt nach dem Wesen des Bösen und der Entfremdung zwischen den Menschen
den ganzen artikel kann man auf einen satz darin reduzieren.
"Angemeldet hat sich K. jedenfalls auch in der naiven Hoffnung, berühmt zu werden."
solange es trotteln wie K. gibt die ernsthaft der meinung sind durch aktives nichtskönnen berühmtheit zu erlangen wirds sowas geben. samt einer unzahl an gleichhohlen menschen die sich das ansehen weil sie der meinung sind klüger als die dargestellten protagonisten zu sein...
Auch ich finde die Arroganz gegenüber den TeilnehmerInnen solcher Shows unangebracht. Immerhin wird und doch ständig eingebläut, berühmt, reich, erfolgreich, klug, etc. zu werden bzw. zu sein und sich so aus der Masse herauszuheben. Zugleich wird einem von vermeintlichen Autoritäten beigebracht, dass man ohne nichts kann. Insofern handeln die TeilnehmerInnen lediglich entsprechend unser aller verquerer Logik. Wirklich kritisierenswert sind m. E. die MacherInnen solcher Sendungen, denn diese nutzen den Wunsch nach Berühmtheit so vieler Menschen schamlos aus. Denn entgegen den Prämissen einer freien und partizipativen Gesellschaft handelt es sich nicht um ein Spiel (Macht)gleicher. Insofern handelt es sich nicht um eine Win-Win-Situation.
Hast du dir den artikel wirklich ganz durchgelesen?
Ich glaube was Olja Alvir schreibt und somit empfinde ich es als Frechheit einen Menschen so auszunützen der scheinbar psychische Probleme hat.
Ich finde es echt beschämend das du die Protagonisten als Trottel titulierst. Ich habe keine Ahnung wie das bei den anderen Reality TV Menschen aussieht aber wenn hier schon so gearbeitet wird wer sagt uns dass es bei anderen darstellern nicht anders ist.
Das einfachste wäre natürlich man schaut sich den Mist nicht an da bin ich deiner Meinung, aber wie du auch schon sagst, auch in meinem bekanntenkreis, die sich sowas ansehen, aus welchen gründen auch immer.
überhebliche menschen, die meinen andere, nur weil sie ein bisserl botschert durchs leben gehen, nicht mit besonderen fähigkeiten ausgestattet sind oder von mutter natur oder schicksal ein wenig stiefmütterlich behandelt einem fünkchen glück auf die falsche weise nachlaufen, derart herabzuwürdigen und ihrem leid und ihrer pein noch eins draufsetzen zu müssen, gehörten meines erachtens auch besachwaltet (so heißt dieses wort übrigens richtig, auch wenn der sachwalter dann über dich bestimmt, so bist trotzdem nicht besachwaltert!).
queen & weiblicher vorname ... sieht das nach einem hans aus? >)
jene, die glauben permanent über anderen zu stehen, MÜSSEN darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie KEINESWEGS fehlerfrei sind! klar, beim herumhacken auf anderen merkt man nicht, daß das weh tut, die hier erfolgte kritik wird mit dummer patzigkeit weggeschoben ... SOLCHE freunde braucht niemand!
ich seh mir reality-shows auch nicht an, BESONDERS weil ich mitgefühl hab mit all jenen, die verspottet werden. nicht, weil ich mich besser wähne, sondern weil ich es nicht richtig finde mich an ihrem unglück zu weiden oder auch nur - wie hier so mancher - selbst zu erheben indem er andere versucht abzuwerten!
In SNF haben wir Laienschauspieler, die sich oft noch "als toll" vorkommen ...
In BSF gibt es die Bauern und Bewerber-innen tatsächlich!
Der Dreh erfolgt Halb-gescriptet, also kein direktes Drehbuch sondern eine Vorgabe, die sich anhand der Akteure auch ändert.
Oft werden aber Bewerbe zu anderen Kandidaten/innen geschickt, um richtige Konflikte zu generieren - Bsp eine Stadtmieze mit Pferdevorliebe zu einem Schweinemast-Bauern fernab von der Stadt ...
im Endeffekt ist es billigst produzierte Soap, wo an allen Enden und Ecken mit Geld gespart wird ...
die menschen dahinter sind vielleicht echt, aber der "bauer" ist nicht immer der "bauer", den er vorgibt.
angeblich soll ein bauer zb sich einen fremden bauernhof ausgeborgt haben, weil er zwar bauer ist, aber über mehr als einen kleinen stall?? nicht verfügt hat. das aber im auftrag des senders.
aber vielleicht haben die trash-nachrichten gelogen und nicht die trash-soap.
in snf gibts ja auch die jugendlichen säufer tatsächlich oder sind alle darsteller trocken?
wenn es so ist, bin ich von atv noch enttäuschter als jetzt schon.
interessanter text, mit dem ich in vielen punkten übereinstimme und der wesentliche problematiken gut herausstreicht.
aber auch ich schaue gerne trash. hirnausschalten, unterhaltung pur. (allg. schaue ich sonst kaum fern, bei SNF dreh ich extra auf!)
die frage, die sich mir stellt, ist: was wäre denn die konsequenz aus dem ganzen?
reality-tv abdrehen, verbieten? das kanns nicht sein.
sendekonzept stark abändern? ich denke, sobald dieser anschein an authentizität verloren geht, funktioniert die sendung nicht mehr.
ich zumindesdt bin ratlos, wie man dieses SNF/geschäft mit der liebe-konzept "korrekter" gestalten könne.
... ist zu informieren.
Diese Sendung leben doch nur von dem Staunen des Zuschauers darüber welche Abartigkeiten und Extremfälle es in der Welt bzw in unserem Land gibt.
Wenn man aber weiß, dass die ganzen Dummheiten und Ekeligkeiten ohnehin nur aus einem Drehbuch stammen ist die Sendung gleich nur noch halb so interessant.
In diesem Sinne ist die "Konsequenz", dass sich den Krampf niemand mehr anschaut und sich das Format irgenwann von selbst auflöst.
Das ist kein TRASH sondern Real-Soap
Trash ist eine von jungen oft noch lernenden Filmemachern mit wenig finanziellen Mitteln erstellte Filmgeschichte. Diese hat oft durchaus eine exzellente Handlung und fällt meist in den Bereich Filmkunst.
Bsp sind Persiflagen auf Raumschiff Enterprise, Ijon Tiochy Raumpilot und ähnliches....
Die Qualität von TRASH ist um einiges Höher und ganz was anderes !
Ersteres sind eben diese billig produzierten TV-Formate, in denen Laien höchst dilettantisch sich selbst oder eine Rolle spielen, in der Regel am unteren Ende der gesellschaftlichen Hierarchie angesiedelt und mit einer gehörigen Portion Menschenverachtung inszeniert.
Letztere sind billig produzierte (Kino-)Filme, denen man das halt auch ansieht. Dass die "meist in den Bereich Filmkunst" fallen sollen halte ich für Ihre Privattheorie. Das kann schon vorkommen, ein Kennzeichen dieses Genres ist das aber nicht. Nicht jeder (ob aus Unvermögen od. wegen begrenzter Mittel) schlecht gemachte Film ist automatisch Filmkunst.
Jedenfalls hat keine der Bezeichnungen ein Exklusivrechte an dem Wörtchen "Trash-".
indem man es als das betitelt, was es ist - fiction?
versieht ein sender eine aufgenommene sendung mit einem "live"-symbol, haut man ihm doch auch auf die finger.
das kuriose ist, dass "reality-tv" nichts mit reality zu tun hat und das sagt auch der artikel aus. nennen wir es doch einfach nonreality-tv und gut ists.
Es müsste jededermann- frau bewusst sein das alle diese "Dokumentationen" von der ersten Dokumentation und der ersten Minute an über ein Drehbuch verfügen und nichts dem Zufall überlassen werden kann.
Verständlich. Darum wird stundenlang gedreht um später die Sendung Zuseherfreundlich und glaubwürdig gestalten zu können. Kein Sender bildet hier eine Ausnahme. Es sit genaugenommen eine Vorspiegelung falscher Tatsachen.
Natürlich der Zuseher glaubt das was er gerne glauben möchte und was ihm anspricht. Auch verständlich. Es sei ihm unbenommen was er glauben möchte.
Entscheidend sind Quoten weil sie über die Werbeeinnahmen eines Senders entscheiden. Vorgestern, gestern, heute und morgen wird es nicht anders sein.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.