Zweite Generation: Identität durch Abgrenzung

Jelena Gučanin
19. November 2012, 17:00
  • Konfliktzone Park: Aggressives Verhalten und allerlei Vorurteile sind hier keine Seltenheit.
    foto: heribert corn

    Konfliktzone Park: Aggressives Verhalten und allerlei Vorurteile sind hier keine Seltenheit.

Rassistische Äußerungen junger MigrantInnen sind keine Seltenheit. Drei Expertinnen berichten von ihrer Arbeit mit den Jugendlichen

Wien Leopoldstadt: Neben Riesenrad, Prater und Co. befindet sich hier auch das Zentrum des jüdischen Lebens in Wien. Spaziert man durch die Straßen des Zweiten Wiener Gemeindebezirks, bleibt dies nicht verborgen - vor allem die jüdisch-orthodoxe Community ist durch ihr auffälliges Äußeres stets ein Blickfang.

Doch nicht jeder scheint damit eine Freude zu haben. "Denen gehört der ganze zweite Bezirk" - eine Aussage, die Silvia oft zu hören bekommt. Die 31-Jährige war einige Jahre lang in der offenen Kinder- und Jugendarbeit des interkulturellen Kinder-, Jugend- und Familienzentrums "friends" der Kinderfreunde Leopoldstadt tätig und kennt die Vorurteile der Jungen nur zu gut. "Das Stereotyp der, 'reichen Juden' ist leider noch immer präsent. Diesen latenten Verschwörungstheorien begegne ich immer wieder", sagt sie. "Dabei wohnen einige von ihnen im Gemeindebau, die Familien sind kinderreich, da bleibt nicht viel Geld übrig." Dass sie einen Einblick in die Welt einiger jüdisch-orthodoxer Familien bekommen hat, sieht Silvia als Privileg: "Es ist ein langer Prozess, der Gespräche und Austausch erfordert."

Konfliktzone Park: "Nichts ist happy peppy"

Die studierte Kultur- und Sozialanthropologin weiß aber auch, dass sich nicht alle diese Zeit nehmen: "Der latente Antisemitismus ist da, es werden unreflektiert Dinge nachgesagt, auch von Kindern und Jugendlichen. Diese Unwissenheit führt zu Klischees und Mythen."

Mit diesen ist auch Parkbetreuerin Magdalena oft konfrontiert. Die 23-Jährige arbeitet ebenfalls im zweiten Bezirk und begegnet in der Konfliktzone Park vor allem älteren Jugendlichen. "Ich habe schon die wildesten Geschichten gehört: von Jugendlichen, die meinen, dass im Park nur 'TürkInnen' sind, die stehlen, bis hin zu Aussagen, dass 'alle Juden und Jüdinnen Nazis' wären. Die Absurdität der Vorurteile kennt keine Grenzen." Solche Sprüche seien das Resultat von Unwissen, meint die 23-Jährige - aber sie können nicht ignoriert werden: "Es ist meiner Meinung nach Unsinn, so zu tun, als gäbe es keine Vorurteile: Sie leben und blühen natürlich." Vor allem in schwierigen sozialen Verhältnissen: "Viele Kinder und Jugendliche haben mit Problematiken wie Drogenkonsum, Gewalt, Arbeitslosigkeit und ständiger finanzieller Unsicherheit innerhalb der eigenen Familien zu kämpfen", erzählt Magdalena. Die Abwertung der 'Anderen' sei ein Schutzmechanismus, denn gerade die Zeit der Pubertät sei geprägt von einer Identitätskrise. Aggressives Verhalten und allerlei Vorurteile sind daher in Magdalenas Arbeit keine Seltenheit: "Dass sich im Park alle lieb haben und alles immer, 'happy peppy' ist, stimmt nicht. Die wichtige Frage ist aber, wie man damit umgeht."

"Geschichtskeule" ist sinnlos

Wie aber kann antisemitischen und rassistischen Äußerungen unter Jugendlichen begegnet werden? Die "Geschichtskeule" bringe in diesem Fall gar nichts, wissen die Expertinnen. Vielmehr sollten sie Gemeinsamkeiten finden, wie Silvia aus ihrer Arbeit berichtet: "Ich versuche immer, Kommunikation und Austausch untereinander herzustellen, dass sie etwa die Namen der anderen lernen und sich beim Basteln gegenseitig unterstützen."

Doch in der Praxis ist das oft nicht so einfach, wie es klingt. Konkret kann sich Silvia an eine schwierige Situation erinnern: "Ein vierjähriger jüdischer Bub hat mit einem türkischen Gleichaltrigen um ein Spielzeug gestritten. Dann hat ersterer ihn gestoßen - und die türkische Cousine hat mit ihm geschimpft. Dann ist innerhalb von einer Minute eine hitzige Auseinandersetzung entstanden, alle haben sich eingemischt. Die Cousine fühlte sich in dieser Situation übervorteilt und sie hat dann im Affekt gesagt: 'Immer ihr Juden, weil ihr uns nicht mögt.'" Silvia griff ein und sagte: "Es geht hier um Gewalt, nicht um Religion." Sie warnt davor, "alles zu kulturalisieren". Laut Silvia können die Konflikte andere Hintergründe als religiöse haben: "Es sind Gruppenmechanismen - Zugehörigkeit und Abgrenzung - auf einer menschlichen Ebene, die zuallererst nichts mit Religion zu tun haben." Bereits das offene Hinterfragen von Vorurteilen bringe die meisten schon ins Stocken: "Wenn man fragt, warum das so ist, wissen die Kinder oft keine Antwort."

Diese Erfahrung machte auch Maria Ecker vom Verein "erinnern.at" - "Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart". Das Vermittlungsprojekt des Unterrichtsministeriums für LehrerInnen veröffentlichte dieses Jahr die Broschüre "Ein Mensch ist ein Mensch" mit Lernmaterial zum Thema Rassismus und Antisemitismus unter Jugendlichen. Der Inhalt basiert auf Workshops, bei dem junge Menschen ihre Erfahrungen austauschten. Ecker weiß: "Es geht bei diesem Thema nicht primär um Religion, sondern um die soziale Schicht. Gerade Jugendliche aus der unteren sozialen Schicht - und hier sind viele mit Migrationshintergrund dabei - haben oft gefragt: Warum muss ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen?" Das führe dann zu massiven Wissenslücken. Das Thema Antisemitismus sollte anders vermittelt werden: "Es geht um Ausgrenzung und Abwertung, die fast jeder der jungen Leute selbst erfahren hat. Wenn sie das begriffen haben, sehen sie, dass das Thema nicht so weit weg von ihnen ist."

Aufnahmegesellschaft mitverantwortlich

Der Schulunterricht in seiner jetzigen Form ist meist machtlos gegenüber heiklen Themen wie diesem. "Man kann rassistische Äußerungen nicht einfach wegwischen und als böse abtun - man muss sie sich anhören und nachfragen, was dazu führte", rät Ecker den LehrerInnen. Die "Moralisierungsschiene" sei der falsche Weg: "Wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer beispielsweise Filme von NS-Überlebenden zeigt, erwarten sie von den Jugendlichen Betroffenheit. Doch sie müssen auch andere Reaktionen zulassen können."

Zu guter Letzt müsse auch die Aufnahmegesellschaft zur Verantwortung gezogen werden. "In einem Land wie Österreich aufzuwachsen, in dem ein Mehrklassenbildungssystem herrscht, dessen Fokus offensichtlich nicht auf der Chancengleichheit von Kindern liegt, die mehrsprachig aufwachsen, kann belastend sein und Fronten verhärten", meint Parkbetreuerin Magdalena. Auch Silvia kritisiert: "Wer die 'Tschuschen' benennt, muss sich nicht wundern, wenn sich diese von den 'Österreichern' abgrenzen." Sie erlebte etwa oft, wie Kinder nationalistische Symbole und Fahnen der Geburtsländer ihrer Eltern malten. Es gibt aber auch andere Identitätsanker: "Einige schreiben die Abkürzung 'VKM' - für den Volkertmarkt im 2. Bezirk - überall hin. Denn das ist ihr Grätzel." (Jelena Gučanin, 19.11.2012, daStandard.at)

 

Links:
Interkulturelles Kinder-, Jugend- und Familienzentrum "friends" der Kinderfreunde Leopoldstadt
"Ein Mensch ist ein Mensch" - Lernmaterial des Vereins "erinnern.at"
Leitfaden zum Umgang mit konfliktreichen Diskussionen des Vereins "erinnern.at"

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Posting 76 bis 125 von 185
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Dieses "uns" ist doch das Problem. Ich weiß ja nicht, wie viele Gemeinsamkeiten schon wir beiden hätten - und dann erst der Rest der Gesellschaft. Ich kenne ÖsterreicherInnen und Österreicher, mit denen ich kaum einen gesellschaftlichen und sozialen Wert teile. Wer passt sich da wem an? Die mir? Ich denen?

Einigen wir uns auf die Mehrheit? Denn das die 'jeder Migrant ist eine Bereicherung' Fraktion in der Mehrheit ist können wir ausschliessen, oder?

Welche Meinung vertritt nun diese Mehrheit?

Wir wissen nun, welche sie ihrer Meinung nach, nicht vertritt. Ein kleiner Schritt, aber zu wenig, um schlüssig argumentieren zu können.

Die Mehrheit vertritt die Meinung, das es nun genug Zuwanderung ist, das wir erstmal die Menschen 'verdauen' und integrieren müssen, die schon da sind.

Das wir Leute, die nicht integrierbar sind wieder los werden müssen und das es an den Migranten ist sich anzupassen (und zwar zu 100%, hier gibt es absolut *keine* Gegenseitigkeit) und unsere Sache dafür zu sorgen, das das möglich ist

Tatsächlich sind die Österreicher wesentlich weniger fremdenfeindlich und rassistisch als sie gerade hier immer wieder dargestellt werden, zu der Überzeugung gelangt man zumindest wenn man sich den Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund anschaut, die z.B. in Wien leben

Nun, verdauen tut der Magen.

Und mag sein, statistisch gesehen die Mehrheit als rein rechnerisches Konzept.
Ich kenne aber keinen einzigen Menschen und wenn er noch so migrationsskeptisch ist, der diesbezüglich persönlich irgendwas verdauen müsste. Die meisten können trotz hoher Migrantenzahl ruhig schlafen.
Nur in der Rolle als abstrakte Mehrheit müssen sie sich pflichtgemäß unwohl fühlen.
Der Einzelne lässt sich aber bei seiner Entscheidung des Autos 2013 nicht davon beirren.

Jedenfalls zähle ich nicht zur mysteriösen Mehrheit.

>die Mehrheit als rein rechnerisches Konzept
Gibt es eine andere Mehrheit, die nicht auf Mathematik beruht? Vielleicht die von den Linken gern bemühte 'gefühlte' Mehrheit? :)

>Ich kenne aber keinen einzigen Menschen
Das ist ihre persönliche Erfahrung die sich aber nicht in den Wahlergebnissen wieder findet, auch wenn es für sie kaum zu glauben ist, aber die Grünen und Kommunisten (Beides Vertreter der No-Borders Fraktion) haben nicht die Mehrheit errungen bei den letzten Wahlen :)

>Jedenfalls zähle ich nicht zur mysteriösen Mehrheit
Was allerdings keine Rolle spielt, die Mehrheit bleibt trotzdem die Mehrheit, auch ohne sie :)

Muss Ihnen ganz entschieden widersprechen. Integration beruht immer auf Gegenseitigkeit, nämlich auf gegenseitigem Respekt und einem Aufeinanderzugehen. Das, was Sie hier fordern, ist nicht Integration, sondern Assimilation; ein Konzept, das davon ausgeht, Immigranten müssten sich an irgendeine österr. "Einheitskultur" anpassen (die es de facto nicht gibt). Gesellschaften sind grundsätzlich heterogen und von Vielfalt (in den Bereichen Weltanschauung, Werte, kulturelle Bräuche, etc.) geprägt und niemals homogen.

Woran genau sollten sich Immigranten Ihrer Meinung nach also anpassen? Und was meinen Sie mit "los werden"?! Wollen Sie ernsthaft Leute des Landes verweisen, wenn sie aus Ihrer Sicht nicht "integriert" (sprich: assimiliert) sind?

> ist nicht Integration, sondern Assimilation
Völlig richtig! Ein viel besseres Wort!

>müssten sich an irgendeine österr.
>"Einheitskultur" anpassen
Nicht Einheitskultur, so etwas gibt es nicht, aber Einheitswerte, das ist richtig

>Gesellschaften sind grundsätzlich heterogen
In welchen Bereichen?
Wie heterogen ist die österreichische Bevölkerung z.B. in der Frage des 'alles Recht geht vom Volke aus'? Gar nicht würde ich meinen!

>Woran genau sollten sich Immigranten
>Ihrer Meinung nach also anpassen?
Daran http://dastandard.at/plink/135... 9/29010423

>Wollen Sie ernsthaft Leute des Landes
>verweisen, wenn sie aus Ihrer
>Sicht nicht "integriert" (sprich: assimiliert) sind?
Nicht aus meiner Sicht, aber prinzipiell Ja, natürlich!

ist nicht Integration, sondern Assimilation

- we are borg. We will assimilate you. Resistance is futile.
Wer sie kennt, weiß, dass die Borg in allen StrarTrek Folgen immer was von der Enterprise auf den Würfel kriegen. Das Schicksal der Assimilierer?

aber Einheitswerte, das ist richtig
- wenn Sie die Verfassung und die Menschenrechte meinen, das hatten wir schon. Der Staat ist dafür verantwortlich und einklagbar, nicht die Leute.

'alles Recht geht vom Volke aus'?
- siehe oben. Oder sind sie persönlich dafür verfassungsrechtlich haftbar? Sie und ich und alle anderen sind so heterogen wie wir wollen.

Daran http://dastandard.at/plink/135... 9/29010423
Sie habens nicht kapiert.

Ja, natürlich!
- sagt der Hausverstand. Er ist aber nur fürs Haus zuständig. Nicht für die weite Welt.

Es gibt de facto keine öst. "Einheitswerte", die von allen Staatsbürgern geteilt werden würden. Manche orientieren sich an religiösen (christl., jüd., islam.,..) Werten, andere an der Kantschen Pflichtethik, wiederum andere an ihren individuellen Moralvorstellungen, etc. Aber gut, wenn Sie das anders sehen: Worin genau bestehen die öst. "Einheitswerte" aus Ihrer Sicht?

Bezügl. Heterogenität habe ich zuvor schon einige Felder aufgezählt: Werte, Bräuche, relig. Zugehörigkeit, Ansichten, etc.

Es ist im Übrigen klar, dass die Menschenrechte, sowie die öst. Gesetze in Ö für alle gelten. An diese muss man sich nicht speziell "anpassen".

Zuguterletzt: Es ist erschreckend, dass Sie ernsthaft von Menschen fordern, sich zu "assimilieren".

>Es gibt de facto keine öst. "Einheitswerte",
>die von allen Staatsbürgern geteilt werden würden
Dann lesen sie bitte unsere Verfassung!

>Manche orientieren..
Ja, natürlich gibt es graduelle Unterschiede und verschiedene Schwerpunkte die sich auch in der Parteienlandschaft widerspiegeln, aber über grundsätzliche Werte wird in Ö nicht diskutiert weil sie allgemein anerkannt sind (z.B. ..Alles Recht geht vom Volk aus'.. republikanisches Prinzip usw)

>Es ist im Übrigen klar, dass die Menschenrechte
>sowie die öst. Gesetze in Ö für alle gelten
Für viele Zuwanderer ist das aber leider eben *nicht* klar, so z.B. Gleichberechtigung der Frau etc

>sich zu "assimilieren"
Was soll daran erschreckend sein? Es ist eine völlig logische Forderung

Es gibt de facto keine öst. "Einheitswerte", >die von allen Staatsbürgern geteilt werden würden Dann lesen sie bitte unsere Verfassung!

Sie sind mir über. Ich geb fast schon auf. Sonderschullehrer ist ein schwerer Beruf, könnt ich nie machen.

OK, ein mal noch, ein einziges Mal:
An die Verfassung hat sich der Staat zu halten, nicht die Menschen als Privatpersonen.

Selbstverständlich gelten die öst. Verfassung u. die öst. Gesetze für alle in Ö Lebenden; ist mir unverständlich, warum Sie das extra betonen. Verstößt man gegen diese Gesetze, muss man auch die Konsequenzen dafür tragen. Was aber nichts daran ändert, dass die persönl. Werthaltungen von Menschen sich mitunter stark unterscheiden.

Es stimmt nicht, dass in Ö nicht über grundsätzl. Werte diskutiert werden würde; ich lese z.B. hier im Forum immer wieder Kommentare von Menschen, die sich gegen die Religionsfreiheit aussprechen.

Woher wollen Sie wissen, dass "viele Zuwanderer" sich gegen die Gleichberechtigung der Frau aussprechen würden?

Assimilation würde bedeuten, die eigene Identität großteils aufgeben zu müssen; ist daher abzulehnen.

Sehr richtig es ist geschichtlich Bewiesen das immer das Volk überlebt das sich absolut rein gar nicht an veränderte Umgebungsvariablen anpasst.

ganz so sehe ich das nicht,.. aber wer herkommt hat die autochtone kultur und deren werte einhundert prozentig anzuerkennen. nur leider ist das oftmals nicht so homogen, das dies wirklich möglich ist.

Naja, die Grundwerte sind relativ klar

Und was ist es...

...das relativ klar ist? Bitte nicht "die Grundwerte" antworten, sondern etwas konkreter werden.

Einfache Übung, aber umfangreiches Thema :)

Es gibt 3 Punkte mit denen sie den Kern der Sache recht gut beschreiben können, aufbauend aufeinander:

1) Aufklärung
http://de.wikipedia.org/wiki/Aufk... %C3%A4rung
Das Fundament der westlichen Welt, *alles* was wir heute an Rechten und Freiheiten haben und die allermeisten Eigenschaften die wir als Tugenden anerkennen stammen daraus

2) Europäische Menschenrechtskonvention
http://de.wikipedia.org/wiki/Euro... konvention
Die in Worte gegossenen aus der Aufklärung abgeleiteten Rechte *aller* Menschen

3) Die Grundprinzipien der österreichischen Verfassung
http://www.eu2006.at/de/Austri... iples.html
Eine zwar österreichspezifische aber in sehr ähnlicher Form in ganz Europa vertretene praktische Ausprä

Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Menschen in Österreich einer voraufklärerischen Gedankenwelt verhaftet sind. Und damit meine ich auch viele Einheimische, die sich selbst als echte Österreicher sehen.

diese Dinge sind allerdings nicht gleich. Die Verfassung ist die Grundlage des Staates. Die Menschenrechte stehen im Verfassungsrang. Diese Dinge gelten für alle hier.
Die Aufklärung ist aber nur eine Weltanschauung der man folgen kann, der man aber nicht verpflichtet ist.

Diese Dinge gelten für alle hier.

Das wär schon was, aber es stimmt nicht.

Diese Dinge gelten für die Staaten gegenüber dem Staatsvolk verpflichtend. Das Staatsvolk kann daher Verfassungs- oder Menschenrechtsverletzungen einklagen.
Nicht aber gelten sie für das Volk gegenüber dem Staat (der Staat kann Herrn A nicht wegen Verfassungsbrüchen anklagen) oder für das Volk gegenüber dem Volk (Herr B kann Herrn C nicht wegen Menschenrechtsvergehen vor den Richter bringen).

hmm, okay. Ich wollte nur eine grobe Unterscheidung treffen. Ich hab mir eh gedacht, dass ich das wohl nicht ganz richtig hinbekommen hab.

>diese Dinge sind allerdings nicht gleich
Natürlich nicht, sie sind aufbauend.
Die Menschenrechte gründen auf den Werten der Aufklärung, die Verfassung inkludiert die Menschenrechte und ergänzt sie, wieder auf den Werten der Aufklärung basierend

>Die Aufklärung ist aber nur eine Weltanschauun
'Nur' eine Weltanschauung ist gut, sie ist die *Grundlage* der heutigen westlichen Gesellschaft!

Wird sie auch noch die übermorgige sein?

'Nur' eine Weltanschauung ist gut, sie ist die *Grundlage* der heutigen westlichen Gesellschaft!

Aber nur der heutigen.
In 200 Jahren wird die Aufklärung ein interessantes Kapitel für Historiker sein; mit dem Aktualitätswert von etwa heute dem heliozentrischen Weltbild mit seinen Himmelssphären und wissenschaftlichen Diskussionen, wieviele Engel auf einer Nadelspitze Platz hätten, oder ob Jesus eine Geldbörse besaß.

Naturwissenschaften in unserer bekannten Form wird es nur mehr selten geben (für sehr triviale Probleme die dann jeder Heimwerker lösen kann).
Das was wir heute als Quantentheorie, Fuzzylogic und dgl. bezeichnen, wird Alltagswissen sein.

Welche Weltbilder gebildete Eliten dann haben werden, ist für uns unvorstellbar.

und die Aufklärung basiert auf dem Christentum, und das wieder auf anderen Dingen.
Christen sagen mitunter, dass das Christentum die Grundlage der heutigen westlichen Gesellschaft ist, und ich finde, sie haben da nicht ganz unrecht.
Das Christentum, die Aufklärung und andere Dinge, könnte man gemeinschaftlich als Grundlagen bezeichnen.
Allerdings sind wir freie Bürger - zumindest theoretisch - und deshalb müssen wir auch keine Christen sein, und auch keine Anhänger der Aufklärung, wenn wir hier leben wollen. Ich bin weder das eine noch das andere, und wenn ich das kann und darf, dann sollte das wohl für andere auch gelten.

Möglicherweise ist eine Grundlage der heutigen westl. Gesellschaft...

... in der Auswanderung der Kurgan- Völker vor rund 15.000 Jahren vom Wolgabecken nach Europa (und Indien plus Iran, etc.) zu finden.
Sie sollen das Patriarchat sowie den Glauben an zentrale Vatergottheiten sowie die indoeuropäische Sprache mitgebracht haben und die "Ureuropäer" langsam assimiliert haben.

Eine andere wichtige Grundlage wäre noch der Einschlag des Kometen in den Golf von Mexiko vor 65 Mio. Jahren; Aussterben der Sauropoden, Platz für die Evolution von Säugern.

Eine noch weiter zurückliegende Grundlage ist ev. in der Kollisionstheorie Erde/ Exoplanet zu finden. Entstehung des Erdmondes, dadurch Stabilisierung der Umlaufbahn und Drehung des Planeten = Entstehung von Leben möglich.

;)

ich glaub nicht, Tim. Aber die Betrachtungsweise halte ich für sehr westlich, das schon.

Und das ist mein Assistent Al Borland der sich bemüht, manchmal die Stichsäge richtig zu halten ...

... und 1 mal im Jahr ein Date zu bekommen! ;))

Spaß beiseite, was genau ist an der Betrachtungsweise westlich?

die Bevorzugung einer wissenschaftlichen, faktenorientierten Perspektive. Find ich jedenfalls, Fakt ist das keiner... ;-)

wer herkommt hat die autochtone kultur und deren werte einhundert prozentig anzuerkennen.

Mit diesem Satz hält sich Ihr Vorposter nicht an diese Grundwerte. An keinen einzigen davon.

Weder die Aufklärer verlangten gewalttätiges Durchsetzen ihrer Werte (abgesehen von deren politischen Akteuren wie Robespierre oder Benjamin Franklin)
Auch die Menschenrechtskonvention oder die Bundesverfassung verlangen von Einwanderern keine ideologische Gehirnselbstwäsche.

Überhaupt sind all diese Werte primär von den Staaten(bünden) an ihr Staatsvolk geschuldet, nicht umgekehrt.
Denn sonst würden ja tausende Unternehmen als Arbeitgeber permanent dagegen verstoßen da wie bekannt dort keine demokratischen Richtlinien (Betriebsrat als Körperschaft ausgenommen) sondern hierarchische, fast monarchistische Bedingungen herrschen.

rechte analphabeten

wenn ein autochtoner nicht mal die s schreibung beherrscht sollte er die go halten

tja..

das war jetzt ziemlich peinlich.

Linke ANAL-PHABETEN

sollten dann in all ihrer Erregung aber doch wissen, wie AUTOCHTHON geschrieben wird.... Aufs H kommt's an!

Haben sie auch ein Argument abseits der Rechtschreibung oder war das alles?

heißt noch immer autochthoner

ohne mich in diesen streit einmischen - oder wie sie -redeverbote verteilen zu wollen.

Wenn du die elementarsten Funktionsweisen einer modernen Gesellschaft nicht verstehst, sondern stattdessen das Gebrabbel der Rechtsextremen nachplapperst, die wieder zwischen Ariern (pardon, "Autochthon" sagt man heute) und Minderwertigen unterscheiden, dann ist schon klar, dass du mit solchen Artikeln wenig anfangen kannst.

auf dieser ebene wird nieeeeee

eine sachliche diskussion möglich sein. danke stoaschädl beiderseits

>die elementarsten Funktionsweisen einer
>modernen Gesellschaft nicht verstehst
Doch, ich verstehe sie durchaus und deswegen weiss ich, das zu viel Zuwanderung von Menschen aus einer anderen Gesellschaft zu massiven Problem führt, auch wenn man aussen rosa Zuckerguss drübergiesst und Redeverbot erteilt. Siehe Schweden

>das Gebrabbel der Rechtsextremen
Ah, jetzt ist es schon 'rechtsextrem' wenn man nicht einsieht, das man sich an andere die zu und kommen anpassen soll.
Ich schätze mal für die ist dann wohl die grosse Mehrheit der Österreicher 'rechtsextrem'.

>und Minderwertigen
Seufz, habe ich das irgendwo geschrieben? Nein, habe ich nicht, macht nichts, offenbar haben sie nicht die Fähigkeit zu Differenzierung

wenn man nicht einsieht, das man sich an andere die zu und kommen anpassen soll.

Nein, das sehe ich auch nicht ein.
Besser gesagt, ich sehe es gar nicht.
Nämlich, dass sich irgendwelche sozialen Gruppen in einem Land an andere anpassen sollen.

Wer verlangt das von wem?
Und wenn: woran genau sehen Sie einen Anpassungszwang?
Oder erleben Sie selber welchen?

Ich glaube ja fast, sie schreiben nur, was Ihnen andere erzählen, die es selber vom einem Nachbarn gehört haben der das wiederum von der Schwiegermutter weiß, die das in der Heute- Zeitung gelesen hat.

sagen Sie das den Tirolern in Dreizehnlinden,

die dürfen dann ja dort auch nicht mehr in ihren Heimattrachten herummarschieren, und in Brasilien das "Tirolafescht" zelebrieren, weil "die haben sich anzupassen...gefälligst, denn es ist nicht einzusehen, dass sich die autochthone Bevölkerung Brasiliens vielleicht auch noch Dirndl anziehen muss"....

Sie können sich anziehen wie sie wollen aber haben die Tiroler dort von der brasilianischen Bevölkerung Anpassung verlangt? Tragen die Brasilianer jetzt auch Tracht und reden tirolerisch?

Wer zu uns kommt sollte sich im klaren sein, das man hier deutsch spricht, das Frauen gleich viel Rechte haben wie Männer, das Homosexualität nichts abartiges ist und das es jedem freisteht, seinen Glauben zu wählen (oder keinen zu wählen) und das man nicht weil man einen speziellen Glauben oder kulturellen Hintergrund hat eine 'Elite' ist.
Man sollte sich im klaren darüber sein, das wir hier im wesentlichen auf den Werten der Aufklärung aufbauen und so z.B. die Menschenrechte achten

Kann man damit nichts anfangen, sollte man woanders hingehen und nicht erwarten das *wir* uns anpassen, denn das wird (hoffentlich) nicht passieren

Ist ja gar nicht so schwer, oder?

Herrlich lustig, wie Sie aus den Werten der Aufklärung anonyme Organstrafverfügungen gegen Einwanderer machen möchten! ;)

"Man" spricht hier nicht deutsch, sondern dt. ist eine der Amtssprachen.
Amtssprache heißt, der Staat hat seine Äußerungen in dt. Sprache zu machen - das Staatsvolk jedoch kann reden wie es will.

Für die Rechte der Frauen hat ebenso der Staat zu sorgen. Ein einzelner Macho, der gesetzwidrig diese Rechte übertritt, wird nach dem Strafgesetzbuch verurteilt, aber nicht wegen Ungleichbehandlung.

Es darf hier jeder eine eigene Meinung zu sexuellen Praktiken haben. Für manche ist Homosexualität normal, Fussfetisch dafür nicht. Und umgekehrt. Und wieder ist es der Staat, der für Gleichwertigkeit zu sorgen hat, für Rechte, und nicht irgendwelche Privatpersonen.

Menschenrechte sind die Pflichten der Regierungen und die Rechte des Staatsvolks.

HÄ???

"aber haben die Tiroler dort von der brasilianischen Bevölkerung Anpassung verlangt"

Sie wissen nicht einmal wo Dreizehnlinden ist, gell? Jetzt gehns aber hurtig, nehmen den Atlas und schlagen nach....boah, Dreizehnlinden liegt im brasilianischen Urwald. Ergo, wärs ja noch schöner, wenn die Tiroler VON DER brasilianischen Bevölkerung verlangen würden, sich anzupassen, wenn die Tiroler auf brasilianischem Heimatgebiet sind. Na Sie sind mir einer - überall, wo Ösistaner hin ausgewandert sind, sollte sich die dortige Bevölkerung vielleicht unterwerfen? Dafür dürfen Sie sich jetzt fest auslachen lassen...hahahahaha, soviel Unwissenheit ist zutiefst beschämend. Informieren Sie sich beim nächsten Mal, bevors den Mund wieder so weit auftun!

>wärs ja noch schöner, wenn die Tiroler VON DER
>brasilianischen Bevölkerung verlangen würden, sich
>anzupasse
Komisch, von der österreichischen Bevölkerung wird aber genau das verlangt ...Aufnahmegesellschaft mitverantwortlich...

>Informieren Sie sich beim nächsten Mal,
>bevors den Mund wieder so weit auftun!
Das ist jetzt ein bisserl ins Hoserl gegangen, net wahr :)

Komisch, von der österreichischen Bevölkerung wird aber genau das verlangt ...Aufnahmegesellschaft mitverantwortlich...

Jetzt bin ich es ja schon gewohnt von Ihnen, dass Sie das Volk und den Staat immer durcheinanderbringen.

Mit "Aufnahmegesellschaft" ist in dem Artikel natürlich der jeweilige Staat und seine sozialen Strukturen gemeint, und nicht Hinz & Kunz.

Sie selber "dürfen" sich mitverantwortlich zeigen, "müssen" das aber nicht. Alles klar?

Hoffe ich habe Ihnen jetzt etwas die Angst genommen, dass Sie ab jetzt einen Fez aufsetzen müssen, und alle mit "Salemalaikum" grüßen. Auch die Schnabelschuhe können Sie im türkischen Bazar lassen. Sie brauchen keine kaufen.

Wenn sie schon wissen, dass es bei uns jedem freisteht,

seinen glauben zu wählen, sollten sie doch auch wissen, dass es damit auch jedem freisteht, seinen glauben zu leben; mit all seinen Traditionen und auch bekleidungsvorschriften.
Und ich weiss auch nicht von welchen Migranten sie glauben, dass sie sich auf Grund ihres Glaubens oder kulturellen Hintergrunds für eine Elite halten. Jede der grossen Weltreligionen redet ihren Mitgliedern ein, dass sie den einzig richtigen glauben haben und daher etwas besseres sind.

>es damit auch jedem freisteht,
>seinen glauben zu leben
Aber nur solange, solange er damit mit den anderen Regeln nicht in Konflikt kommt! Religion ist mitnichten das höchste Gut.
Wenn ihre Religion sagt das Frauen nur die Hälfte wert sind und sie 4 davon heiraten können, dann haben sie in Ö schlicht Pech damit gehabt und werden diesen Teil ihres Glaubens *nicht* leben können und das ist auch gut so!

>dass sie sich auf Grund ihres Glaubens oder
>kulturellen Hintergrunds für eine Elite halten
Die Moslems z.B. aber auch orthodoxe Juden, beide halten sich für das 'auserwählte Volk'.

>redet ihren Mitgliedern ein, dass sie .. etwas
> besseres sind
Aber nicht alle fordern sie dann auf, die Nichtmitglieder zu töten und zu versklaven

die Nichtmitglieder zu töten und zu versklaven...

...jaja, der gute alte Karl May reitet mit Ihnen durchs wilde Kurdistan und zwar nicht gleich nach Hause, sondern erst mal ins Land der Skipetaren... He! Aufwachen!

Seit dem 3. Viertel des 19. Jhd. verkauft sogar der letzte arabische Sklavenhändler nichts mehr. Fehlende Absatzmärkte auf Grund des Sklavenhandelsverbots und der völligen Einstellung sogar des Schwarzmarktes seit der Niederlage des amerikanischen Südens im Bürgerkrieg. Ist schon eine Weile her, hoffe ich habe für Ihr Update gesorgt.
Leider aktuell viel interessanter als die Sklaverei der muselmanischen Korsaren sind die Lohnsklaven in China und im tief christlichen Südamerika.

Für den Rest Ihrer Einwände sorgen ohnehin die Gesetze. Da brauchen Sie kein Kopfweh bekommen.

1.) Solange er damit nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Auch die katholische Kirche ist der Ansicht, dass Frauen nicht gleich viel wert sind - warum dürften sonst Frauen keine Priesterinnen werden?
2.) Auch die Christen halten sich dafür - sie nennen es nur nicht so. Aber auch die sind der Ansicht, am jüngsten Tag werden nur jene auferstehen, die des rechten Glaubens sind.
3.) Kein kultureller Unterschied, nur eine Frage des "alters" der Religion. Der Islam ist eben um gut 600 Jahre jünger als das Christentum und noch immer im Zeitalter der Kreuzzüge. Und im Judentum gibt es das gar nicht.

haariges thema

ich finde, man kann den kindern selten einen vorwurf machen, die plappern meist nur nach, was sie zu hause hören. und was hören sie da? in aktiv religiösen elternhäusern, ob jüdisch oder muslimisch, hören sie, daß sie wegen ihrer religion zu einer auserwählten elite gehören.
da sollte man vielleicht ansetzen.

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