Zweite Generation: Identität durch Abgrenzung

  • Konfliktzone Park: Aggressives Verhalten und allerlei Vorurteile sind hier keine Seltenheit.
    foto: heribert corn

    Konfliktzone Park: Aggressives Verhalten und allerlei Vorurteile sind hier keine Seltenheit.

Rassistische Äußerungen junger MigrantInnen sind keine Seltenheit. Drei Expertinnen berichten von ihrer Arbeit mit den Jugendlichen

Wien Leopoldstadt: Neben Riesenrad, Prater und Co. befindet sich hier auch das Zentrum des jüdischen Lebens in Wien. Spaziert man durch die Straßen des Zweiten Wiener Gemeindebezirks, bleibt dies nicht verborgen - vor allem die jüdisch-orthodoxe Community ist durch ihr auffälliges Äußeres stets ein Blickfang.

Doch nicht jeder scheint damit eine Freude zu haben. "Denen gehört der ganze zweite Bezirk" - eine Aussage, die Silvia oft zu hören bekommt. Die 31-Jährige war einige Jahre lang in der offenen Kinder- und Jugendarbeit des interkulturellen Kinder-, Jugend- und Familienzentrums "friends" der Kinderfreunde Leopoldstadt tätig und kennt die Vorurteile der Jungen nur zu gut. "Das Stereotyp der, 'reichen Juden' ist leider noch immer präsent. Diesen latenten Verschwörungstheorien begegne ich immer wieder", sagt sie. "Dabei wohnen einige von ihnen im Gemeindebau, die Familien sind kinderreich, da bleibt nicht viel Geld übrig." Dass sie einen Einblick in die Welt einiger jüdisch-orthodoxer Familien bekommen hat, sieht Silvia als Privileg: "Es ist ein langer Prozess, der Gespräche und Austausch erfordert."

Konfliktzone Park: "Nichts ist happy peppy"

Die studierte Kultur- und Sozialanthropologin weiß aber auch, dass sich nicht alle diese Zeit nehmen: "Der latente Antisemitismus ist da, es werden unreflektiert Dinge nachgesagt, auch von Kindern und Jugendlichen. Diese Unwissenheit führt zu Klischees und Mythen."

Mit diesen ist auch Parkbetreuerin Magdalena oft konfrontiert. Die 23-Jährige arbeitet ebenfalls im zweiten Bezirk und begegnet in der Konfliktzone Park vor allem älteren Jugendlichen. "Ich habe schon die wildesten Geschichten gehört: von Jugendlichen, die meinen, dass im Park nur 'TürkInnen' sind, die stehlen, bis hin zu Aussagen, dass 'alle Juden und Jüdinnen Nazis' wären. Die Absurdität der Vorurteile kennt keine Grenzen." Solche Sprüche seien das Resultat von Unwissen, meint die 23-Jährige - aber sie können nicht ignoriert werden: "Es ist meiner Meinung nach Unsinn, so zu tun, als gäbe es keine Vorurteile: Sie leben und blühen natürlich." Vor allem in schwierigen sozialen Verhältnissen: "Viele Kinder und Jugendliche haben mit Problematiken wie Drogenkonsum, Gewalt, Arbeitslosigkeit und ständiger finanzieller Unsicherheit innerhalb der eigenen Familien zu kämpfen", erzählt Magdalena. Die Abwertung der 'Anderen' sei ein Schutzmechanismus, denn gerade die Zeit der Pubertät sei geprägt von einer Identitätskrise. Aggressives Verhalten und allerlei Vorurteile sind daher in Magdalenas Arbeit keine Seltenheit: "Dass sich im Park alle lieb haben und alles immer, 'happy peppy' ist, stimmt nicht. Die wichtige Frage ist aber, wie man damit umgeht."

"Geschichtskeule" ist sinnlos

Wie aber kann antisemitischen und rassistischen Äußerungen unter Jugendlichen begegnet werden? Die "Geschichtskeule" bringe in diesem Fall gar nichts, wissen die Expertinnen. Vielmehr sollten sie Gemeinsamkeiten finden, wie Silvia aus ihrer Arbeit berichtet: "Ich versuche immer, Kommunikation und Austausch untereinander herzustellen, dass sie etwa die Namen der anderen lernen und sich beim Basteln gegenseitig unterstützen."

Doch in der Praxis ist das oft nicht so einfach, wie es klingt. Konkret kann sich Silvia an eine schwierige Situation erinnern: "Ein vierjähriger jüdischer Bub hat mit einem türkischen Gleichaltrigen um ein Spielzeug gestritten. Dann hat ersterer ihn gestoßen - und die türkische Cousine hat mit ihm geschimpft. Dann ist innerhalb von einer Minute eine hitzige Auseinandersetzung entstanden, alle haben sich eingemischt. Die Cousine fühlte sich in dieser Situation übervorteilt und sie hat dann im Affekt gesagt: 'Immer ihr Juden, weil ihr uns nicht mögt.'" Silvia griff ein und sagte: "Es geht hier um Gewalt, nicht um Religion." Sie warnt davor, "alles zu kulturalisieren". Laut Silvia können die Konflikte andere Hintergründe als religiöse haben: "Es sind Gruppenmechanismen - Zugehörigkeit und Abgrenzung - auf einer menschlichen Ebene, die zuallererst nichts mit Religion zu tun haben." Bereits das offene Hinterfragen von Vorurteilen bringe die meisten schon ins Stocken: "Wenn man fragt, warum das so ist, wissen die Kinder oft keine Antwort."

Diese Erfahrung machte auch Maria Ecker vom Verein "erinnern.at" - "Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart". Das Vermittlungsprojekt des Unterrichtsministeriums für LehrerInnen veröffentlichte dieses Jahr die Broschüre "Ein Mensch ist ein Mensch" mit Lernmaterial zum Thema Rassismus und Antisemitismus unter Jugendlichen. Der Inhalt basiert auf Workshops, bei dem junge Menschen ihre Erfahrungen austauschten. Ecker weiß: "Es geht bei diesem Thema nicht primär um Religion, sondern um die soziale Schicht. Gerade Jugendliche aus der unteren sozialen Schicht - und hier sind viele mit Migrationshintergrund dabei - haben oft gefragt: Warum muss ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen?" Das führe dann zu massiven Wissenslücken. Das Thema Antisemitismus sollte anders vermittelt werden: "Es geht um Ausgrenzung und Abwertung, die fast jeder der jungen Leute selbst erfahren hat. Wenn sie das begriffen haben, sehen sie, dass das Thema nicht so weit weg von ihnen ist."

Aufnahmegesellschaft mitverantwortlich

Der Schulunterricht in seiner jetzigen Form ist meist machtlos gegenüber heiklen Themen wie diesem. "Man kann rassistische Äußerungen nicht einfach wegwischen und als böse abtun - man muss sie sich anhören und nachfragen, was dazu führte", rät Ecker den LehrerInnen. Die "Moralisierungsschiene" sei der falsche Weg: "Wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer beispielsweise Filme von NS-Überlebenden zeigt, erwarten sie von den Jugendlichen Betroffenheit. Doch sie müssen auch andere Reaktionen zulassen können."

Zu guter Letzt müsse auch die Aufnahmegesellschaft zur Verantwortung gezogen werden. "In einem Land wie Österreich aufzuwachsen, in dem ein Mehrklassenbildungssystem herrscht, dessen Fokus offensichtlich nicht auf der Chancengleichheit von Kindern liegt, die mehrsprachig aufwachsen, kann belastend sein und Fronten verhärten", meint Parkbetreuerin Magdalena. Auch Silvia kritisiert: "Wer die 'Tschuschen' benennt, muss sich nicht wundern, wenn sich diese von den 'Österreichern' abgrenzen." Sie erlebte etwa oft, wie Kinder nationalistische Symbole und Fahnen der Geburtsländer ihrer Eltern malten. Es gibt aber auch andere Identitätsanker: "Einige schreiben die Abkürzung 'VKM' - für den Volkertmarkt im 2. Bezirk - überall hin. Denn das ist ihr Grätzel." (Jelena Gučanin, 19.11.2012, daStandard.at)

 

Links:
Interkulturelles Kinder-, Jugend- und Familienzentrum "friends" der Kinderfreunde Leopoldstadt
"Ein Mensch ist ein Mensch" - Lernmaterial des Vereins "erinnern.at"
Leitfaden zum Umgang mit konfliktreichen Diskussionen des Vereins "erinnern.at"

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wo lesen Sie beim vorposter "unterwerfen"?

Auch dass zeugt von Respekt, derer, die es sich ausgesucht haben - und hier aus freien Stücken eine neue Heimat fanden, ihre Konflikte nicht hier auszutragen, basiernd auf Dingen und Denken, in den ehem. Heimatländern.

Österreich hat, im Gegenzug, aber auch für Verhältnisse zu Sorgen, in denen gegenseitiger Respekt, und Akzeptanz auch gelebt werden kann. Und auch alle Möglichkeiten zu schaffen, dass Kinder gleichermaßen die Bildung erhalten, um aus den beengten Gedankenwelten der Eltern auszubrechen.

"... Chancengleichheit von Kindern liegt, die mehrsprachig aufwachsen ...", totaler Unsinn. Wer hier die Sprache beherrscht, hat wie alle anderen die Chance, etwas aus sich zu machen. Wer sich hinter Sprache versteckt, sicher nicht.

In puncto Sprache, was ja immer wieder in den Diskussionen aufgebracht wird, wie soll diese Förderung genau funktionieren?

In Österreich werden über 54 verschiedene Sprachen gesprochen, nur an Schulen, wohlgemerkt. Wie soll da jedes Kind gefördert werden?

Die Antwort blieb bisher noch jeder schuldig. Auf der anderen Seite wird vehement gegen die Idee protestiert, Deutsch - also die Landessprache zu lernen, von deren Erwerb, dank Urteil, Türken zB. ausgenommen sind.

Wenn ich in einem anderen Land Fuß fasse, lerne ich die Landessprache, und erwarte nicht - "gefördert und in meiner Sprache wertgeschätzt zu werden". Sprache ist eben auch ein Teil der Integration.

Falls jemand eine Antwort auf die Frage nach dem Wie hat, nur her damit.

Interessant finde ich auch, dass Konflikte zum Teil "mitgebracht" werden: So meinte ein Bekannter, Alevit aus der Türkei, dass ihn die anderen "normalen" Türken (seine Worte) meiden und es auch zu Prügeleien kommt. Ebenso gibt es oft zwischen Festlandchinesen und Taiwanesen Ressentiments.

Simple Pauschalisierungen werden hier oft als Argumentation genutzt.

Wenn Kinder und Jugendliche

mit Gewalt, Arbeitslosigkeit und ständiger finanzieller Unsicherheit innerhalb der eigenen Familien zu kämpfen, dann braucht man sich über nichts wundern. Und solange die Gesellschaft kein wirkliches Interesse hat, dass alle jungen Menschen (und nicht nur die jeweils eigenen Kinder) Sicherheit und Geborgenheit erfahren, wird sich nichts ändern.

ein Prominter Fall des Identität durch Abgrenzung

http://derstandard.at/135320669... forumstart

Volkertmarkt als Identitätsanker von Kindern aus verschiedensten Kulturen - das ist doch ein schöner Ausblick!

Dieses Grätzeldenken, diese kleinen Soziotope gehören einfach ganz massiv gefördert. Parks, Cafés, Bankerl am Gehsteig, Orte wo die Leute zum reden kommen, sich treffen, Straßenfeste, "Identitätsbildung", Vitalisierung der Viertel - Wien gehört da IMO richtig "berlinisiert".

Ich glaub das wird auch langsam...grad wenn ich mir bspw. meine "Heimat" (auch wenn ich jetzt in Neubau wohn) das Stuwerviertel anschau...da geht langsam was weiter.

bei jedem ausländerthema hier

wähnt man sich in den tiefsten tiefen der krone. fasssssszinierend. nicht.

Warum bitte sollen moslemische Kinder und Jugendliche Betroffenheit oder gar Schuldgefühle über den Holokaust zeigen?
Dazu kommt, dass die kriegerischen Konflikte im Nahen Osten sicher nicht zu einem friktionsfreien Verhältnis der hier lebenden moslemischen Ethnien und den Juden führen! Das wird wahrscheinlich noch zu viel größeren Spannungen führen als sie schon jetzt zu beobachten sind!

Was bitte haben die Konflikte im nahen Osten

mit dem zusammenleben von Moslems und Juden in Österreich zu tun? Damit unterstellen sie, dass die Auseinandersetzung zwischen Israel und den Palästinensern irgendetwas mit Religion zu tun hat und das ist unsinnig. Dort geht es nur um Land. Zu einem Religionskrieg wird diese Frage im Ausland gemacht.

Bringen sie eigentlich das gleiche Verständnis Auseinandersetzungen zwischen in Österreich lebenden Kroaten, Bosnien, Slowenen und Serben entgegen?

Haben Sie den Artikel nicht gelesen?

Auf nichts anderes nehme ich Bezug!
Oder was wollen Sie ignorieren?
Die Kinder sind das Sprachrohr ihrer Eltern, Kinder haben noch kleine politische Meinung! Und zwischen Zionisten und Islamisten in Österreich gibt es bereits erhebliche Differenzen! Oder meinen Sie zwischen Moslems und Juden? Das kann ich nicht beurteilen, wieweit die religiösen Differenzen gehen! Zuletzt scheinen sie sich ja beim Thema Beschneidung sehr einig gewesen zu sein!

Haben sie ihr eigenes posting nicht gelesen?

Sie selbst schreiben "...hier lebenden moslemischen Ethnien und den Juden führen!..." Und reden jetzt auf einmal von Zionisten und Islamisten.

weil ich das präzisieren wollte und weil Juden keine Ethnie sind!

? ? ?

Sorry - keine Ahnung, was sie mir sagen wollen.
Weil Juden keine Ethnie sind, sind sie Zionisten?
Oder Zionisten sind eine Ethnie? Und alle Moslems sind Islamisten - egal welcher Ethnie sie angehören?

Warum sollten österreichische Kinder Schuldgefühle zeigen?

weil man das von jedem verlangen kann,

der sich damit beschäftigt

"Warum bitte sollen moslemische Kinder und Jugendliche Betroffenheit oder gar Schuldgefühle über den Holokaust zeigen?"

Warum nicht? Insinuieren Sie, dass Betroffenheit eine Art "historischer Schuld" oder Sippenhaftung vorraussetzt?

Selbst wenn:
Ist Ihnen der "Großmufti von Jerusalem", Mohammed Amin al-Husseini, ein Begriff? Oder die Waffen-SS Division "Handschar"?

Bernout, Schuldzuweisungen bitte an die Kriegsgeneration! Ich verwahre mich dagegen, ständig damit konfrontiert zu werden.

Ich persönlich fühle sehr wohl Betroffenheit und leide mit den Opfern.
Aber die Jugend hat ein anderes Verständnis, und mit fortgesetzten Schuldzuweisungen erreichen Sie genau das Gegenteil! Und das Wort Sippenhaftung kommt von Ihnen und trifft genau Ihre Forderung!

Aber genau diese sippenhaftigen Schuldzuweisungen könnten genauso gut von den Palästinensern kommen, die von den europäischen zionistischen Einwanderern zuerst unterdrückt, dann bekämpft und vertrieben wurden und werden!
Und was den Großmufti betrifft, der war genau aus diesem Grund der "natürliche" Verbündete Hitlers. So sieht die historische Wirklichkeit aus, und die sollten wir alle bedenken aber bitte nicht benützen!

Es ging mir nicht um Schuldzuweisung. Ganz im Gegenteil. Schuld ist NICHT die Vorraussetzung für Betroffenheit. Ihr Posting klang, als rechtfertige es ignorante Statements im Stil von: "Was geht mich das an? Ist ja nicht meine Schuld!"

Der letzte Absatz bezog sich nur darauf, dass wenn ich diesen Strohmann aufgegriffen hätte, man aber durchaus in Sinne von historische Mitschuld der Muslime argumentieren könnte.

(Darauf, die übliche Großmufti-Apologetik zu diskutieren, habe ich jetzt wirklich keine Lust. Wenn für Sie ein Streit um Land die "natürliche" Komplizenschaft bei der Auslöschung eines Volkes rechtfertigt, bitte.)

Dass die Abwertung des Anderen ist ein Schutzmechanismus bei Identitätskrisen ist, kann ich nachvollziehen. Aber das sie einer sozialen Schicht oder Bildung zuzuordnen wäre, nicht mehr.

Es geht nicht immer um Antisemitismus. Auch untershciedliche Ethnien lehnen einander ab- wie man beispielsweise an der Belegung der Ballspielkäfige am Gürtel sieht.
Ich habe so etwas nicht nur bei "autochthonen Österreichern bemerkt, sondern auch Folgendes gehört: Türken verurteilen Tschetschenen als gewalttätig und sehen sich selbst als friedlich, Leute aus verschiedenen Teilen von Ex-Jugoslawien ziehen über gewalttätige Türken her, Iraner und Ägypter sprechen negativ über Schwarzafrikaner usw.

Ich habe den Eindruck, dass sich Menschen, die ihre Identität nur in einer (ethnischen) Gruppe und nicht als Individuum finden, stark abschotten und oft andere Ethnien ablehnen. Mulitikulti funktioniert wohl nicht!

Ich habe den Eindruck, dass sich Menschen, die ihre Identität nur in einer (ethnischen) Gruppe und nicht als Individuum finden, stark abschotten und oft andere Ethnien ablehnen. Mulitikulti funktioniert wohl nicht!

Ich habe den Eindruck, dass sich Menschen, die sich nur als Individuum und nicht als Teil eines Ganzen sehen, stark gegen andere Individuen abgrenzen und somit alle Individuen alleine sind.
Das Zugehen auf das Du funktioniert wohl nicht.

Ich habe den Eindruck, dass sich Menschen, die ihre Identität nur in einer (ethnischen) Gruppe und nicht als Individuum finden

wer mit dem Finger auf den andren zeigt, zeigt mit vier auf sich selbst.....

ironisch nicht war?

Genial!

Kenne das als "was A über B sagt, sagt mehr über A als über B aus"
Ist aber viel griffiger als obiges!

das läuft in Österreich ähnlich,

wo sich Akademiker, Wiener, Landwirte, Grüne, Opernfreaks .... gegen andere Gruppen abschotten - man sollte das nicht überbewerten.

Mulitkulti läuft, wo alle Geld und Perspektiven haben,
bei Perspektivlosigkeit wird die Zukunft unwichtig und die Herkunft übermäßig bedeutsam.

[Warum Multikulti nicht funktioniert: weil der Mensch, entgegen dem Multikulti-Konzept nicht durch eine einzige Kultur beschreibbar ist, sondern sich mitunter der Herkunftskultur entzieht, und sich in Teilbereichen mehrer Kulturen bewegt.]

pssst, nicht so laut

bin begeistert...

...
"Ich habe schon die wildesten Geschichten gehört: von Jugendlichen, die meinen, dass im Park nur 'TürkInnen' sind, die stehlen, bis hin zu Aussagen, dass 'alle Juden und Jüdinnen Nazis' wären."

die kids die sich aufregen daß im park nur t...ken sind regen sich wenigstens vollkrass-genderkorrekt auf. gilt natürlich auch für die Gegenseite!
kann ja doch noch was werden aus den kids!

Ja, am Tabor gibt's hübsche jüdische Mädels..

Warum

so viel rote Bewertungen? Es gibt tatsächlich hübsche Mädels dort bei dieser konservativen bis orthodoxen Hebräergemeinde, die schaun dann immer so feurig rüber als sagten sie "Was guckst du Gojin", oder vielleicht doch was anderes?..)) Ich kann mit beidem leben. Bei diesen jüdischen Turbanträgern halte ich auch öfters an, die grinsen dann immer wenns über die Straße gehn (außer der eine alte hochgewachsene, der schaut stets grimmig drein), ich grinse zurück. Und der eine Metzger am Kohlmarkt, wenn er schon mit Kebab wirbt dann soll er wenigstens einen auch haben. Schmock! Wenigstens ist um die Ecke der Radatz, der hatte meinen Tag gerettet..

2.

Also, ich habe da keine Probleme. Aber ich merke, dass viele schon schauen, Migranten vielleicht sogar mehr als Alteingesessene.. Die eine rotgebleichte am Sonntag war sogar so richtig entsetzt als sie den einen chassidischen (oder was auch immer) Pelzmützenjoschi sah.

Zu guter Letzt müsse auch die Aufnahmegesellschaft zur Verantwortung gezogen werden.

im standard stand erst vor kurzem das bereits 71% der wiener jugendlichen migrationshintergrund haben und 49% der erwachsenen. und da wird irgendwas von der ausgrenzung der aufnahmegesellschaft gefaselt. lächerlich.

Sobald ich sowas ....Aufnahmegesellschaft mitverantwortlich.... lese, weiss ich das ich den Artikel nicht weiter zu lesen brauche

Wer zu uns kommt hat sich an uns anzupassen, es ist nicht einzusehen, das sich die autochthone Bevölkerung auch nur ein Iota anpassen muss, warum sollten wir?

In Zusammenhang mit Österreich von autochthoner Bevölkerung zu sprechen,

ist besonders absurd.
Welcher "autochthonie" gehören sie denn an?
Der fränkischen, der gotischen, der bajuwarischen, der kärntnerischen, der alemannischen, der slawischen, ...
Oder können sie ihre Vorfahren vielleicht doch nur bis zur Zeit des Kaisertums zurück verfolgen, sind also ein ungarischer, italienischer, Kroatischer, rumänischer, ... autochthoner?
Wenn sie sich einmal mit der Geschichte Österreichs befassen, werden sie erkennen, warum man bei uns normalerweise von autochthonen weinsorten, nicht aber von autochthoner Bevölkerung sprechen kann.

Ich bin autochthoner als Du

also pass Dich gefälligst an mich an.

Zu Deiner Info:
Ich mag andere Kulturen, bitte an diese Vorliebe gleich mal anpassen.

Ich auch, vor allem beim Essen.

Geht es um Schuldzuweisung oder Konfliktlösung?
Bringen normative Ansprüche an 'die' etwas oder ist es hilfreicher bei Jugendlichen Erziehungsarbeit zu leisten?

Natürlich können wir es uns bequem machen und auf die Ausländer schimpfen, weil die nicht so sind, wie wir wollen. Es wird uns halt nicht weiterbringen, als dass wir weiterhin das tun können, was wir am liebsten tun: über die Ausländer schimpfen.

Wer ist "uns"? Woran sollen Migranten sich anpassen?

Ich bin wohl (wie auch viele Generationen meiner Vorfahren) das, was Sie einen "autochthnonen" Österreicher nennen würden. An Ihre Weltsicht werde ich mich aber mit Sicherheit nicht anpassen und das auch sonst niemandem empfehlen oder ihn - wie es Ihnen offenbar vorschwebt - dazu zu zwingen versuchen.

mich wuerde ja die definition der 'autochthone Bevölkerung' österreichs interessieren.

Jene die sich zu den westlichen Werten und der daraus resultierenden Kultur bekennen

Sind das nicht die Zuwanderer? Wir Kelten waren zuerst hier.

Grundsätzlich Zustimmung.

Nur glaube ich, dass die Wertvorstellungen des gegenwärtigen Österreichs nicht Errungenschaft, sondern vielleicht sogar Teil des Problems sind.
Ich denke der Fokus sollte jedenfalls weniger bei Wertvorstellungen und mehr bei Wir-Identitäten liegen.

Die Vorstellung, dass zugewanderte Völker ihre Identitäten aufgeben würden, ist dem Denken derer entsprungen, die nationale Zugehörigkeiten/Identität an sich ablehnen bzw. für ein böses Konstrukt halten. Ein Spanier wird sich aber auch nicht als Ire fühlen, nur weil er nach Dublin zieht. Und Kinder/Enkel ebenfalls nicht. Das haben weite Kreise nicht wahr haben wollen und (va. in Westeuropa; Österreich = rel. harmlos) ein absurde Migrationspolitik veranstaltet.

Westliche Werte?

Was ist das für Sie genau?
Wo beginnt für Sie der kulturelle Westen und wo endet er?
Sehen Sie, Schlagworte alleine überzeugen nicht sondern lassen nur weitere Fragen stellen.
Ob wir wohl eine Antwort bekommen?

kulturelle westliche werte sind, dass meine kinder freie partnerwahl haben, dass ich sohn und tochter gleich behandle, dass ich bei der partnerwahl mich nicht nur auf mögliche partner die meiner eigenen religion zugehören festlege, dass bildung ein wert ist, dass ich meine tochter nicht schon in jungen jahren optisch dank kleidung bezüglich ihrer religion kennzeichne, usw.

wieviele unserer geschätzten zuwanderer teilen diese werte mit uns?

OK.

kulturelle westliche werte sind, dass meine kinder freie partnerwahl haben = und wenns ein 30 Jahre älterer ist?
dass ich sohn und tochter gleich behandle = und wenn der eine ein Musterschüler und der andere Sonderschüler ist?
dass ich bei der partnerwahl mich nicht nur auf mögliche partner die meiner eigenen religion zugehören festlege = und wenn sie ein anderes Bildungsniveau aufweisen, Hilfsarbeiterinnen sind?
dass bildung ein wert ist = und wenn für den anderen Bildung kein Wert ist?
dass ich meine tochter nicht schon in jungen jahren optisch dank kleidung bezüglich ihrer religion kennzeichne = und wenn sie Ihnen mit DrMartens durch die Wohnung stiefelt und Ihnen "Punx not dead" an die Tapete sprayt?
Was dann?

Sie haben scheinbar ein Problem mit einem der wichtigsten westl. Werte:

nämlich mit der Religionsfreiheit.

Die Punkte die Sie beschreiben treffen auf Christen, Juden, Muslime, Hinduismus (indische Gruppen), also auf Mitglieder aller Relgionsgemeinschaften, zu.

Die Fähigkeit mit Personen aus unterschiedlichen Religionen in Nachbarschaft zu leben, wird in westl. Ländern jedem abverlangt, also am besten fangen Sie gleich mal an das zu erlernen.

für mich heißt religionsfreiheit nicht narrenfreiheit.

Die Narrenfreiheit ist...

...genau so hoch zu schätzen wie die Religionsfreiheit.
Egal ob die Narretei Pastafari, Islam, Christentum, Atheismus oder Judentum oder sonstwas ist.
"Ein jeder mag in meinem Land nach seiner Facon seelig werden" hat schon der alte Fritz vor 250 Jahren gesagt. Und da wollen Sie hinterherhinken?

Sie gestehen den Moslems keine freie Ausübung ihrer Religion zu, wie Sie in zahlreichen Postings darlegen.

Damit halten Sie die westl. Werte nicht ein. -> Besen, Tür, kehren.

danke für die netten belehrungen. ich wohne in der einzigen stadt europas die eine offizielle reisewarnung für juden hat. dreimal dürfen sie raten wer in malmö da dahinter steht. es sind nicht unbedingt die christen die probleme machen beim zusammenleben mit anderen religionen.

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